KLASSE ANKE DOBERAUER

 

Freie Malerei und Grafik

Akademie der Bildenden Künste München 



AKTUELLE AUSSTELLUNGEN

 

mit Studierenden und Alumni der Klasse Anke Doberauer

 

Herzliche Einladung zu:


Jahresausstellung MMXIX

MDCXIX

 

 

Räume 16 & 17, Altbau

Akademie der Bildenden Künste München

 

21. - 28. Juli 2018

 

Während seiner Grand Tour durch Italien im Jahre 1809 hatte sich der wenig bekannte schweizer Kunsthistoriker Benjamin Mauderli (1789-1848) auf dem Weg nach Rom verirrt, und war versehentlich in die Nähe Viterbos geraten. Der Mode der Zeit folgend war er auf der Suche nach klassischen Ruinen gewesen, entdeckte jedoch in Viterbo lediglich seltsame mittelalterliche Architektur. Speis und Trank der Region mundeten ihm sehr, sodass Mauderli beschloß, hier etwas länger zu verweilen. Er freundete sich mit Ser Massimo de' Massimi Massimini an, einem verarmten Adligen, welcher sich sogleich erbot, ihm seine Kunstsammlung zu zeigen. „Kennen Sie die Caravaggisti? Sie waren Künstler aus ganz Europa, die sich Werke des berühmten Malers Caravaggio in Rom angeschaut und seine Bildsprache zeitgenössisch übersetzt hatten. Über einige von ihnen gibt es allerdings eine kuriose Geschichte, die bis heute weitgehend unbekannt geblieben ist: um das Jahr 1619 war hier in Viterbo nämlich eine Gruppe von Malern aus Europa und Asien aufeinander getroffen. Sie waren aus Rom geflohen, weil der bereits völlig saturierte Kunstmarkt dort keinerlei Möglichkeiten für ausländische Künstler mehr bot. Hier bei uns haben sie exzentrische, teils ganz und gar extravagante Interpretationen der Werke Caravaggios gemalt. Die Gruppe wurde "Scarafaggisti" genannt. Die von meine Vorfahren erworbenen Werke dieser Künstler sind bis heute Bestandteil der Sammlung meiner Familie.“ 

Mauderli verfasste über diese Gruppe ein Buch mit dem Titel „MDCXIX – Die Scarafaggisti aus Viterbo“ und publizierte es 1815 in Basel. Leider allerdings blieb nur ein einziges Exemplar dieses Buches erhalten, welches sich in der Bibliothek des Klosters von Sankt Gallen befindet. Die Gemälde galten lange Zeit als verschollen.

Die Akademie der Bildenden Künste München freut sich nach langen und aufwendigen Recherchen sehr, diese verlorengeglaubte Sammlung ausstellen zu können, und als Weltpremiere diese eigenartigen Gemälde des 17. Jahrhunderts dem münchner und internationalen Publikum neu zu präsentieren.

 

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Einen aktuellen Blick auf die Gemälde der Ausstellung „Utrecht, Caravaggio und Europa“ in der Alten Pinakothek wagen junge internationale Künstler der Klasse Anke Doberauer der Akademie der Bildenden Künste München. Von Ende April bis Mitte Juni dieses Jahres setzten sie sich an den publikumsfreien Montagen in der Pinakothek mit den caravaggistischen Originalwerken auseinander. Die auf der Grundlage dieser Skizzen entstandenen Kunstwerke werden in der Jahresausstellung der Akademie präsentiert.


Die Chiaroscuro-Technik im klassischen Gemälde

 

Mo, 17.06.2019, 18 Uhr: Vortrag von Blanca Amorós 

Raum E.02.29

Neubau, Akademie der Bildenden Künste München

 

Di-Mi, 18.-19.06.2019, 10-17 Uhr: Workshop von Blanca Amorós

Studienwerkstatt für Maltechnik

Raum E.03.14

Neubau, Akademie der Bildenden Künste

für alle Studierende

 

Anmeldung zum Workshop: foschini [at] adbk.mhn.de 

(Plätze begrenzt)


Ory Dessau

CONTEMPORARY ART AND POLITICAL IMPOTENCE

 

VORTRAG  (eng)

Dienstag, 14. Mai 2019

19 Uhr

 

Akademie der Bildenden Künste München

Raum E.01.23

1.OG Neubau

The lecture will deal with the ways in which art can approach the political sphere by ways of negation, as a sort of an activity whose politics involves highlighting its political ineffectiveness. It will do so through a presentation of ten exhibitions curated by Ory Dessau over the past decade.

 

Ory Dessau is a Ghent-based curator for contemporary art. Among his recent projects: "Fundamentalist Cubes – Inside Spaces by Bruce Nauman, Absalon, and Gregor Schneider" at Fondation M-ARCO, Marseille (2018); "Kobro and Strzemiński: New Art in Turbulent Times" at Moderna Museet Malmö (co-curated with Iris Müller-Westermann and Jaroslaw Suchan, 2018); "Zvi Goldstein – Distance and Differences" at S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Ghent (2016). In Munich he recently curated the group show "Inside the Distance" at Galerie Sabine Knust (Artists: Ronald de Bloeme, Lothar Hempel, Gregor Hildebrandt, Olaf Holzapfel, Sebastian Preece, Adam Rabinowitz, 2017).


Marta Smolińska

DAS LESEN DES UNLESBAREN

Unlesbarkeit als kritische Strategie in der polnische Kunst seit 1945 bis heute

 

VORTRAG

Mittwoch, 21. November 2018

19 Uhr

 

@ Auditorium E_EG_28 Neubau

Akademie der Bildenden Künste München

Akademiestrasse 2-4 / 80799 München

Abbildung: Andrzej Bednarczyk, "Wędrowiec", 2009 (Tinte auf Papier, Glas, Holz, Öl / 93x88x68 cm, Detail)

Das Phänomen der Unlesbarkeit von Schrift ist Teil unserer Alltagsexistenz. 

Unlesbarkeit kann auch eine kritische und subversive Strategie sein und – demzufolge – eine politische und subversive Aussage haben. Subversivität verstehe ich in diesem Zusammenhang als ‚Übernahme‘ oder Vereinnahmung der Schrift und als ihre Modifikation zur Herstellung von Unlesbarkeit. 

In unserem Verstand konfrontieren wir fortwährend das Unlesbare mit der Schriftmatrize, die unserem Gedächtnis ‚eingedruckt‘, gleichsam eingeprägt ist. Unlesbarkeit hat einen Sinn nur in Bezug auf die Lesbarkeit. Die Negation der Lesbarkeit ist verständlich nur im Zusammenhang mit Schriftsystemen, die wir bestens kennen und mit Verstand zu lesen vermögen. 

Die deutsche Sprache ist, was die Unlesbarkeit anbelangt, terminologisch reicher als das Polnische. Sie kennt nämlich zwei verschiedene Begriffe: Unleserlichkeit und Unlesbarkeit. Erstere bezeichnet mangelnde Leserlichkeit innerhalb eines uns vertrauten Zeichensystems, herrührend ganz einfach aus Schmiererei oder Gekrakel; letztere bezieht sich auf eine Situation, in der die Zeichen ihre sinnübermittelnde Funktion nicht erfüllen oder ein Notationssystem darstellen, welches wir nicht kennen. Im Polnischen enthält der Begriff nieczytelność beide Bedeutungen: sowohl die der verstümmelten Niederschrift als auch die, bei der die Zeichen sich der Erzeugung einer lesbaren Botschaft verweigern. 

Wie zeitgenössische Philosophen betonen, kann Unlesbarkeit in der Sphäre der Literatur, und ebenso der visuellen Künste, zu einer gegenüber dem Rezipienten bewusst gewählten Strategie werden, um zu zeigen, dass das Unlesbare nicht das Gegenteil des Lesbaren ist und zu sein braucht, sondern alternative Formen des Textzugangs eröffnen kann.

 

Prof. Dr. MARTA SMOLIŃSKA lehrt als Ordinaria für Kunsttheorie an der Universität der Künste Poznań (Polen). Sie ist Kuratorin und Kunstkritikerin und forscht zu ungegenständlicher Malerei der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Schwerpunkte sind Transmedialität und Haptizität.


Jahresausstellung 2018

 

ABERGLAUBE

 

 

Raum 17, Altbau

Akademie der Bildenden Künste München

 

Eröffnung:

14. Juli 2018, 14 Uhr

 

Ausstellungsdauer:

15. - 22. Juli 2018

14 - 21 Uhr

Der Abergläubische ist, im Vergleich mit dem Religiösen, immer viel mehr "Person" als dieser, und eine abergläubische Gesellschaft wird eine solche sein, in der es schon viele Individuen und Lust am Individuellen gibt. Von diesem Standpunkte aus gesehen, erscheint der Aberglaube immer als ein Fortschritt gegen den Glauben und als Zeichen dafür, dass der Intellekt unabhängiger wird und sein Recht haben will.
 
Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, 1882


Blanca Amorós


Amelie Köppel